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1. Damen: Der Rest des Lebens beginnt
Dritte Liga Nord: Dennis Marinkovic will den VfL Stade nicht als Absteiger an seinen Nachfolger übergeben

Daniel Berlin STADE. Der Stader Handballtrainer Dennis Marinkovic, der vor einer Woche seinen Rückzug aus dem sportlichen Geschäft zum Saisonende angekündigt hatte, schließt die Rückkehr auf die Trainerbank in der Zukunft nicht aus. Marinkovic betreut derzeit die Frauen des VfL in der Dritten Liga Nord. Aus familiären Gründen nimmt er ab 5. Mai eine Auszeit.
"Die Belastung in den vergangenen Monaten war zu hoch", sagt Dennis Marinkovic. Familie, Beruf, Sport. Marinkovic hat sich für die Familie entschieden. Während der Weihnachtsfeiertage sei der Kopf frei gewesen. In diesen Tagen sei die Entscheidung gefallen. "Das hat nichts mit der aktuellen sportlichen Situation des VfL Stade zu tun", sagt Marinkovic. Seine Mannschaft steht mit nur einem Punkt Vorsprung auf die Abstiegsränge im Tabellenkeller der Dritten Liga Nord.
Der 33-Jährige definiert auf der Internetseite des VfL sein Lebensmotto: "Heute ist der Anfang vom Rest deines Lebens." Der Rest seines Lebens beginnt am 5. Mai 2012 ohne Handball. "Das ist nicht das Ende meiner Karriere als Trainer", sagt Marinkovic, der aber kategorisch ausschließt, ab der kommenden Saison bei einem anderen Klub unter Vertrag zu stehen. Am 5. Mai empfängt der VfL den Berliner TSC zum letzten Spiel. Weil Marinkovic ein Kämpfer ist, sagt er schon heute, dass er die Mannschaft nicht als Absteiger an seinen Nachfolger abgeben werde. Einen Nachfolger hat der Verein bislang noch nicht benannt. Die nächsten Monate würden schwer werden. Der VfL stünde unter Druck.
Handballerisch ist das nicht das erste Seuchenjahr, das Marinkovic erlebt hat. Er war Spieler in Fredenbeck, als der Klub seine Finanzschwäche nicht mehr verbergen konnte und Spieler in Bremervörde, als der TSV Insolvenz anmeldete. Diesmal ist die Seuche rein sportlicher Natur. Der Kader der Stader Frauenmannschaft ist klein. Zwei Spielerinnen verabschiedeten sich direkt vor der Saison. Die eine Neue, Gesche Bitter, hat nach einem Bandscheibenvorfall noch keinen Ball angefasst, die andere, Jessica Galle, kämpft sich nach dreimonatiger Verletzungspause gerade zurück in die Mannschaft. "Uns fehlt die Quantität", sagt Marinkovic. Spielerinnen, die die erste Garde für wenigen Minuten entlasten können.
Unter Marinkovics sportlicher Leitung rückt der VfL in schweren Stunden enger zusammen. Jugendspielerinnen und die Spielerinnen der zweiten Mannschaft helfen aus. "Im Moment betreiben wir reine Schadensbegrenzung", sagt Marinkovic.
Ein bisschen neidisch schaut der Trainer auf die direkte Konkurrenz um den Klassenerhalt und auf den Überflieger der Liga, die Füchse aus Berlin. Der Berliner Trainerstab muss Spielerinnen absagen, weil der Kader voll ist. Die direkte Konkurrenz hat in der Winterpause Spielerinnen wieder aktiviert, die ihre leistungsbezogene Karriere eigentlich beendet hatten und beginnt wieder zu gewinnen. Über diesen Pool von verfügbaren Ehemaligen verfügt der VfL Stade nicht.
Wenn der VfL den Anschluss an das Mittelfeld nicht verlieren will, muss die Mannschaft aus den nächsten beiden Spielen mindestens zwei Punkte holen. Am Sonnabend wartet der SV Werder Bremen, zwei Wochen später die zweite Mannschaft des Buxtehuder SV. "Ich ziehe das durch bis zum 5. Mai", sagt Marinkovic. Das sei er dem Verein schuldig.
 

Spiel in Bremen
Der VfL Stade spielt am Sonnabend um 18.30 Uhr in der Vereinshalle des SV Werder (Hermine-Berthold-Straße) gegen Gastgeber Bremen. Bremen belegt derzeit den achten Tabellenplatz. Das Hinspiel verlor der VfL mit 23:30.


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